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Wechsel in der Geschäftsleitung

«Die Kundenanliegen standen bei meinen Entscheidungen immer an erster Stelle»
Ferdinand Hirsig (63), Vorsitzender der Geschäftsleitung der Volg-Gruppe, gibt per 1. September 2019 sein Amt in neue Hände. Sein Dank gilt in erster Linie den Kunden und Mitarbeitenden.

Herr Hirsig, wenn Sie nur ein Wort wählen dürften, das am besten zu Volg passt, welches wäre es?
(Ohne zu zögern) Dorf.

Weshalb dieses Wort?
Weil das Dorf seit jeher zu Volg gehört und der Volg zum Dorf. Daran hat sich in all den Jahren meiner Tätigkeit bei Volg nichts geändert und es wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Unsere neue Werbekampagne «Aus Liebe zum Dorf» könnte die Volg-Philosophie nicht besser auf den Punkt bringen.

Wie ist Volg ins Dorf gekommen?
Die Segmente «grosser Detaillist» und «günstiger Discounter» waren schon erfolgreich besetzt, als wir uns überlegten, wie wir Volg im Markt positionieren. Also suchten wir ausserhalb davon eine Nische und fanden sie im Dorf. Mir wurde oft gesagt, im Dorf hätten wir keine Chance. Entgegen dieser Prophezeiungen packten wir also die einzige Chance, die wir angeblich nicht hatten.

Zurück auf Null: Wie hat Ihr Erfolgsweg mit Volg vor über 18 Jahren angefangen?
Mit einer ernüchternden Erfahrung. Ich hatte meine Zusage zu dieser Stelle gegeben, ohne je einen Volg von innen gesehen zu haben, da es im Kanton Solothurn, wo ich zu Hause bin, noch keine Volg-Läden gab. Die Fahrt an ein geschäftliches Meeting in der Ostschweiz nahm ich dann zum Anlass, erstmals einen Volg zu besuchen. Das war kurz vor meinem offiziellen Stellenantritt.

Was trafen Sie an?
Einen Krämerladen im schlechtesten Sinn: mit Regalen zugestellte Fensterfronten und ein konzeptloses Sammelsurium an Produkten. Zurück im Auto überlegte ich mir ernsthaft, ob ich überhaupt noch an das Meeting fahren oder lieber umkehren und die Stelle gar nicht antreten sollte. Eine meiner ersten Handlungen in meiner Position war denn auch, die zugestellten Läden zu öffnen und einheitliche, gepflegte Auftritte zu schaffen.

Was zeichnet Volg heute aus?
Das Sortiment für den täglichen Bedarf ist so ausgerichtet, dass es den Dorfbewohnern keinen Anlass gibt, ihren Wohnort zum Einkaufen verlassen zu müssen. Ausserdem bietet Volg viele Mehrwerte. Im Volg kauft man nicht nur ein, die Läden sind ein Treffpunkt für die Dorfbewohner. In über 360 Volg-Läden kann man zudem seine Postgeschäfte erledigen. Und durch die Möglichkeit des Bargeldbezugs in den Läden ist Volg seit diesem Jahr auch ein Geldautomat.

Was hat sich im Laufe der Zeit geändert?
Das Sortiment von Volg wird immer auf den täglichen Bedarf ausgerichtet sein. Doch die Ansprüche an diesen haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Produkte zum Sofortgenuss wie Take-away-Salate oder Sandwichs zählte früher niemand dazu. Das Convenience-Angebot ist denn auch am stärksten gewachsen und wird laufend erweitert. Eine weitere markante Veränderung erlebte ich bezüglich der Ladenöffnungszeiten. Heute sind unsere Dorfläden von 6 bis 20 oder sogar 21 Uhr geöffnet. Solche Öffnungszeiten kannte man zuerst nur von Tankstellen.

Wieso taten beziehungsweise wagten Sie diesen Schritt?
Weil ich – wie ich es in die Wiege gelegt bekam – jede Situation immer aus Sicht der Kunden betrachte. Das heisst: Wir müssen dann für die Menschen da sein, wenn sie da sind. Also dann, wenn sie im Dorf sind und von hier zur Arbeit pendeln oder von dort heimkehren. Nicht dann, wenn sie in der Stadt sind und sich dort ihren Zmorge, Zmittag oder Znacht kaufen, weil der Laden im Dorf geschlossen ist.

Was wünschen Sie Volg?
Weiterhin viele treue Volg-Kunden und Mitarbeitende, die mit derart viel Herzblut und Engagement für Volg tätig sind. Den Kunden und Mitarbeitenden gehört an dieser Stelle mein grösster Dank. Ohne sie wäre die Volg-Geschichte keine Erfolgsgeschichte.

Gehen Sie mit dem lachenden oder weinenden Auge?
Mit einem lachenden und einem halb zugekniffenen Auge, das gespannt auf den neuen Lebensabschnitt blickt (lacht). Aber ich gehe ohne das berühmte weinende Auge, denn ich darf etwas übergeben, das funktioniert und ich darf es in gute Hände geben. Mit Philipp Zgraggen steht ein erfahrener Detailhandelsprofi bereit, um die Erfolgsgeschichte von Volg weiterzuschreiben.

Ein «angefressener Detaillist»
Ferdinand Hirsig wurde 1956 in eine Detailhändlerfamilie hineingeboren, bezeichnet sich selbst als «angefressenen Detaillisten» und ist seit Anfang 2001 Vorsitzender der Geschäftsleitung der Volg-Gruppe. Seit 2004 gehört er zusätzlich der Geschäftsleitung der Muttergesellschaft fenaco an. Diese Funktion wird er bis Ende 2020 als Zuständiger für die Division Detailhandel/Energie weiterhin ausüben, bevor er ab 2021 in den wohlverdienten Ruhestand tritt.

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