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Ringkuhkämpfe, auch Stechfeste genannt, gehören zum Wallis wie die schroffen Felswände und der Wein. Von Frühling bis Herbst treffen sich die Viehzüchter im Ober- und Unterwallis, um ihre Eringerkühe gegeneinander antreten zu lassen. Welche ist die mutigste, kräftigste, wer die Königin der stolzen Tiere?

Marc Jäger reitet mit seinen Eringerkühen auf der Erfolgswelle. Bereits 60 Preise hat er mit seinen 34 Tieren in den vergangenen Jahren eingeheimst. Die besten Platzierungen werden mit reich verzierten Kuhglocken belohnt, auf Walliserdeutsch «Triichje» genannt.

Das Bedürfnis nach klaren Hierarchien liegt im Naturell der Eringerrasse. Treffen die Tiere auf Artgenossen einer anderen Herde, zeigen sie sich von ihrer kampflustigen Seite – auch in freier Natur. Sofort stellen sie klar, wer die Leitkuh ist. Wer darf sich die besten Liegeplätze aussuchen, wer vom saftigsten Gras fressen? Dieses Herdenverhalten sorgt am Stechfest für Spannung.

An Stechfesten werden 12 bis 20 Kühe unterschiedlicher Züchter zusammen in die Arena geführt. Die einen gehen einander aus dem Weg, andere müssen sich nur beschnuppern, um zu wissen, wer die stärkere ist. Und die kampflustigsten unter ihnen stossen die Köpfe aneinander, bis eine Kuh zurückweicht. Eine Jury bewertet das Rangeln um die Hierarchie der neuen Herde mit wachsamen Augen und kürt in fünf Kategorien eine Königin.

Glänzend gestriegelt und mit frisch geschorenem Schweif warten die Eringer am Morgen des Stechfests darauf, dass die Arena geschlossen und der Kampf eröffnet wird. Mit viel Auslauf, energiereichem Futter und gutem Zureden bereitet Marc Jäger sie auf den grossen Moment vor. Die Passion für die Viehzucht durfte er schon in jungen Jahren kennenlernen, hat sie vom Vater und vom Onkel mitbekommen, und sogar der Grossvater züchtete Eringerkühe. Keine Frage, dass auch seine Tochter Liora schon auf Du und Du ist mit Königin «Tokyo».

Nach viel Auslauf und natürlicher Fitness – so schmeckt auch die Milch von Marc Jägers Eringerkühen. In der Genossenschaftskäserei im Dorf wird sie zum originalen Turtmänner Raclettekäse «Wallis 65» verarbeitet. Diese «Feins vom Dorf»-Spezialität hat im Volg Turtmann einen festen Platz im Kühlregal – und im Herzen von Volg-Mitarbeiterin Elke Zbrun sowieso. Seit über 20 Jahren begrüsst sie Marc Jäger, wenn er auf dem Weg zur Arbeit sein Znüni im Volg Turtmann kauft.

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