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Aus Liebe zum Dorf, wo man die Sau rauslässt.

Film ab für unsere Dorfgeschichte aus Vitznau, LU.

Freundlich grunzend grüssen sie die Wanderer auf dem Weg zur Wissifluh: die beiden Wollsäuli, die ob Vitznau auf dem Hof von Familie Trionfini leben. Dass sie bei jedem Wetter draussen sind, unterscheidet sie von ihren Artgenossen, den europäischen Edelschweinen, die in den letzten 200 Jahren immer weiter domestiziert wurden. Und doch, trotz ihrer ausgesprochenen Widerstandskraft, wären die wolligen Wildschweinnachfahren vor 30 Jahren um ein Haar ausgestorben.

Ihr Überleben verdankt die Rasse der Wollschweine auch dem Einsatz von Sylvia und Jürg Trionfini. Ende der 1980er-Jahre gab es in der Schweiz gerade noch zwölf Wollschweine. Und weltweit nur ein paar wenige mehr, allerdings abgeschottet auf sowjetischem Staatsgebiet. Als der eiserne Vorhang fiel, nahmen Trionfinis die letzten Schweizer Ferkel bei sich auf und kreuzten sie mit der Population aus dem Osten. Das sicherte der Rasse das Fortbestehen.

Schon als Kind hegte Jürg Trionfini den Traum, Bauer zu werden. Gemeinsam mit seiner Frau Sylvia baute sich der begnadete Autodidakt ein Leben als Selbstversorger auf. Genauso wie im selbstgezimmerten Säulistall finden sich auch im Gemüsebeet viele seltene, vom Aussterben bedrohte Sorten.

Auf ihrem 16 Hektar grossen Landstück mit der spektakulären Aussicht betreiben Jürg und Sylvia Trionfini auch ein kleines Hotel mit 34 Betten und einer innovativen Küche. Wer sich vorher anmeldet, dem servieren die kulinarischen Tüftler unkonventionelle Überraschungen aus dem eigenen Garten. Und dass es dieser in sich hat, wissen mittlerweile sogar Spitzenköche, die sich von Trionfinis Kräutergarten gerne zu neuen Ideen inspirieren lassen.

Nicole Camenzind ist die Ladenleiterin im Volg Vitznau, der gleich gegenüber der Rigibahn liegt. Das macht ihn zur wahren Attraktion für Touristen aus der ganzen Welt, die hier eine richtige «Tour de Suisse» durch Schweizer Produkte und «Feins vom Dorf»-Spezialitäten erleben. Trotzdem hat der Dorfladen seinen ganz persönlichen Charme bewahrt. Hier kennt man sich. Und sogar Familie Trionfini, die als Selbstversorger nicht einkaufen geht, ist gelegentlich hier anzutreffen. Gern nutzt sie im Volg Vitznau die praktische Dienstleistung, im Dorfladen ihre Postgeschäfte erledigen zu können.

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