
Die Stalden Creme aus der Dose ist ein echtes Schweizer Kultprodukt. Nicole Ackermann, Leiterin Marketing und Kommunikation von Guma, über die Geschichte hinter der Creme und wieso sich mit ihr alles etwas lockerer nehmen lässt.
Nicole Ackermann, wer hat die Stalden Creme eigentlich erfunden?
Ihre Geschichte ist eng mit dem berühmten Schweizer Hotelier César Ritz verbunden. Für seine Hotels benötigte er Milchprodukte, die lange haltbar und transportfähig waren. Zusammen mit anderen Investoren sicherte er sich Patente zur Herstellung von keimfreier Milch und gründete 1892 die Berneralpen Milchgesellschaft in Stalden.
Und wie kam es von der Milch zur Creme?
Am Anfang stand die Idee, Milch durch Sterilisation in Konserven haltbar zu machen. Von der ungezuckerten Kondensmilch in der Dose war der Schritt zur Dessertcreme in der Dose nicht mehr weit. 1903 kam die erste Stalden Creme auf den Markt.
Heute ist die Stalden Creme schweizweit bekannt. Wie wurde sie so berühmt?
Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es richtig los und die Schoggicreme in der Dose wurde zum Hit. Denn im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs veränderten sich die Ernährungsgewohnheiten. Man hatte weniger Zeit, um alles frisch zuzubereiten, und so hielt auch die Stalden Creme in der Dose Einzug in die Schweizer Haushalte.
Wofür ist die Creme ideal?
Weil sie lange haltbar ist und nicht gekühlt werden muss, ist sie perfekt für den Vorrat, aber auch für unterwegs – etwa für ein Picknick oder die Campingferien. Mit Stalden Creme lässt sich alles etwas lockerer nehmen. Etwa ein Kindergeburtstag, dann öffnet man eine Dose und alle sind happy.
Hat sich die Rezeptur im Verlauf der Zeit verändert?
Im Grundsatz ist die Herstellung seit jeher dieselbe: Erwärmte, gesüsste Milch wird mit Kakao, Vanille oder Caramel aufgekocht und mit Maisstärke cremig gebunden. Wir bereiten die Cremen also so zu, wie man sie zu Hause auch kocht. Verändert haben wir kürzlich den Zuckergehalt der Creme Chocolat. Sie enthält 30 Prozent weniger Zucker bei 100 Prozent schoggigem Geschmack.
Woher stammen die Zutaten?
Die frische Milch, der Rahm und der Zucker stammen aus der Schweiz und Liechtenstein. Dafür steht die Garantiemarke «Suisse Garantie» auf der Dose. Speziell ist zudem, dass bei uns das Caramel für die Caramelcreme von Hand gemacht wird.
Lässt sich die Creme auch erwärmen?
Auf jeden Fall. Man kann sie sehr gut warm geniessen, etwa zu einem Apfelstrudel. Stalden steht aber für den einfachen, schnellen und gelingsicheren Genuss: Deckel auf, Löffel rein.
Die Creme prägt Kindheitserinnerungen vieler Generationen. Was verbinden Sie mit ihr?
Bei meinem Grosi gab es an besonderen Tagen immer eine Büchse Stalden Creme. Die Creme hat sie jeweils mit etwas Schlagrahm verfeinert und in einer Kristallschüssel angerichtet. Dazu gab es knusprige Meringues und Fruchtsalat – natürlich auch aus der Dose.
Titelfoto: Nicole Ackermann von Guma liebt die Stalden Creme pur oder mit etwas Schlagrahm. «Dann wird sie so schön luftig.»

Stalden Creme von Guma aus Bilten GL
Die 1892 gegründete Berneralpen Milchgesellschaft in Stalden BE produzierte zu Beginn Kondensmilch und füllte diese in Dosen ab. Dies war damals ein Novum. Im Jahr 1903 kam dann die erste Stalden Dessertcreme in der Dose auf den Markt und mauserte sich zum Publikumsliebling.
Seit 2021 gehört die Marke Stalden Creme zum Glarner Familienunternehmen Guma in Bilten. Die Stalden Cremen sind im Volg in den Sorten Vanille, Chocolat, Caramel und Choco-Lait erhältlich.