
Bierbrauen ist ein wenig wie Kochen: Aus denselben Rohstoffen können komplett unterschiedliche Bierstile entstehen. Benjamin Kloos, Leiter Produktion von Ramseier Suisse, über die Charakteristika der Volg Biere und welcher Bierstil zu welcher Gelegenheit passt.
Benjamin Kloos, was fasziniert Sie am Thema Bier?
In erster Linie, dass man aus vier einfachen, natürlichen Rohstoffen eine solche Vielfalt an unterschiedlichen Geschmacksrichtungen herstellen kann. Zudem wird diese
Vielfalt immer grösser. Als Brauer kann man sich heute eindeutig mehr austoben als noch vor 20 oder 30 Jahren.
Die Palette an Volg Bieren umfasst die Bierstile Lager, Amber, Naturtrüb, Pale Ale und das Lager alkoholfrei. Was haben die Biere gemeinsam?
Sie wurden alle bei uns in Römerswil entwickelt und bestehen aus denselben Grundzutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Unser Ziel war es, Biere zu kreieren, an denen alle Freude haben können. Ein gutes Beispiel ist das Volg Pale Ale, das etwas weniger bitter ist als andere Pale Ales.
Wie haben Sie das erreicht?
Unter anderem, indem wir den Hopfen erst gegen Ende des Kochprozesses dazugeben. So wird die Bitterkeit abgemildert, gleichzeitig haben wir das volle Hopfenaroma.
Die schöne, zitrusfruchtige Note des Pale Ale verdanken wir einer Hopfensorte namens Cascade, die nach Blutorange schmeckt. Hinzu kommen zwei Spezialmalze, ein dunkles und ein Caramel-Malz, welche die Bitterkeit ebenfalls verringern.
Welches Bier empfehlen Sie zu welcher Gelegenheit?
Das Lager ist das typische Feierabendbier, es ist süffig, eher zurückhaltend und passt eigentlich zu jeder Gelegenheit. Das Amber ist ein dunkles, kräftiges Bier, ideal für kühlere Abende vor dem Kamin. Das Pale Ale ist für mich durch seine fruchtigen Aromen ein typisches Sommerbier. Etwas rustikaler und sehr vollmundig ist das Naturtrüb, das sehr gut zum Essen passt.
Wie sieht es aus mit dem Volg Lager-Bier alkoholfrei, das seit Kurzem erhältlich ist?
Dieses ist perfekt, wenn man Lust auf ein Bier hat, aber keinen Alkohol trinken möchte. Da Alkohol ein Aromenträger ist, mussten wir etwas tüfteln, um dieselbe Harmonie
wie beim normalen Lager zu erreichen.
Und wie haben Sie dies schlussendlich geschafft?
Fürs Aroma arbeiten wir mit einem besonderen bernsteinfarbenen Malz, das eine Caramel-Note mitbringt. Später stoppen wir die Gärung rechtzeitig, bevor die Hefe zu viel Alkohol erzeugen könnte. Weil bei der kürzeren Gärung weniger Zucker abgebaut wird, setzen wir auf eine Hopfensorte mit einer gewissen Bitterkeit, um diese Süsse auszubalancieren. Es ist also ein hochkomplexer, aber auch spannender Prozess.
Wo steckt überall Schweiz in den Volg Bieren?
Das Wasser für alle Biere stammt aus Römerswil. Am meisten Schweiz steckt im beliebten IP Suisse Lager-Bier. Es enthält Malz aus einer Schweizer Mälzerei. Und die Gerste dafür wurde nach den Richtlinien von IP Suisse angebaut.
Titelfoto: Benjamin Kloos findet es spannend, immer wieder neue Biere zu entwickeln wie das Volg Lager alkoholfrei.

Volg Bier von Ramseier Suisse aus Römerswil LU
Seit 2010 braut der Getränkeproduzent Ramseier Suisse die Biere der Volg-Marke. Angefangen mit dem Volg Lager-Bier sind mit den Jahren weitere Bierstile wie Amber, Naturtrüb und Pale Ale sowie die Variante des IP Suisse Lager-Biers hinzugekommen. Das jüngste Mitglied der Familie ist das Volg Lager-Bier alkoholfrei. Im Betrieb Hochdorf im luzernischen Römerswil sind rund 50 Mitarbeitende beschäftigt. Produktionsleiter ist Benjamin Kloos, der nach einer Brauerlehre ein Studium im Brauwesen absolviert hat.