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Eine Leidenschaft, die Feuer entfacht

Fein, knackig und feurig: Im Volg Berikon ist man scharf auf eine «Feins vom Dorf»-Spezialität aus dem Nachbardorf Widen: die «Feuerringe» des Aargauer Kleinunternehmens «Chili Star».

Robert Keusch beugt sich über die kleine Pflanze und betrachtet zufrieden die zehn Zentimeter lange, grüne Paprika-Schote. «Das wird eine gute Ernte», sagt er überzeugt und lächelt dabei. Der Chili-Liebhaber steht in einem 32 Meter langen Treibhaus. Es ist noch früh am Morgen – die einzige Zeit, in der er hier arbeiten kann. «Danach wird es hier mit bis zu 35 Grad richtig heiss.» Kein angenehmes Klima für Menschen, dafür perfekte Bedingungen für die Paprika-Pflanzen, die ursprünglich aus Mittel- und Südamerika stammen. Die Liebe zum scharfen Genuss wurde bei Robert Keusch aber in Süditalien geweckt  Er erinnert sich: «Ich mochte die Art, wie sie in Kalabrien verarbeitet werden.» Dort werden Peperoncini oft in dünne Scheiben geschnitten, mit Salz gepökelt und dann in Öl eingelegt. «Durch die sanfte Verarbeitung ohne Erhitzung bleibt der volle Geschmack erhalten », weiss der Kenner. Denn: «Chilis müssen nicht nur scharf sein, sondern auch Aroma haben.» «Geheimrezept» von einem Freund Das Problem war, dass er in der Schweiz nirgends solche Chilis fand. «Da habe ich kurzerhand beschlossen, sie selber zu produzieren», erzählt Robert Keusch. Das klingt einfacher, als es schlussendlich war. «Ich bekam ein Geheimrezept von einem kalabrischen Freund, habe im Garten meiner Mutter zehn verschiedene Sorten angebaut und versucht, das perfekte Ergebnis zu bekommen.» Der gelernte Prozessingenieur erinnert sich: «Es gingen viele hundert Gläser drauf, bis ich mit dem Resultat zufrieden war.» Doch danach sprach sich das schnell herum, immer mehr Freunde und Bekannte wollten ebenfalls in den scharfen Genuss kommen. So stieg die Nachfrage und Robert Keusch musste immer mehr Pflanzen und mehr Raum für diese schaffen. Eine Arbeit, die er alleine nicht mehr stemmen konnte. So gründete er 2019 mit seinem Bruder Marius und einem Freund das Unternehmen Chili Star und fand in Volg seinen ersten grossen Kunden. «Das war ein echter Glücksfall.» 

Mit Zutaten von hier natürlich produziert
Seither arbeiten die drei in ihrer Freizeit an der Aufzucht der Chili-Pflanzen und veredeln diese nach der Ernte in Widen auf dem Mutschellen. Dabei setzen sie voll auf einheimische Zutaten. Das Pökelsalz kommt aus dem Jura, das Sonnenblumenöl ist ebenfalls aus der Schweiz. Bis zur Ernte, die jeweils im August stattfindet, sind die Pflanzen 1,80 Meter hoch gewachsen und geben eine Tonne Chili ab. Genug für 10 000 Gläser scharfen Genuss, den man unter dem Namen «Feuerringe» im Volg Berikon als «Feins vom Dorf»-Spezialität erhält. 

Titelbild: Drei Freunde, eine Passion. Robert Keusch, Lorenz Burri und Marius Keusch (v.l.n.r.) in ihrem 32 Meter langen Treibhaus.

 

Feuerringe aus Widen
Schmecken zu Grilliertem, zur kalten Platte oder auch zum Raclette: Die Chili-Ringe von Chili Star sind im Volg Berikon AG als «Feins vom Dorf»-Spezialität erhältlich.

 

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